Mae Hong Son Loop - 1. Etappe

Raus aus der Hauptstadt des Königreichs La Na und rein in den Dschungel.
Mit dem Mietwagen von Sixt ging es in fünf Tagen über ca. 600 Kilometer in Thailands bergigen Norden, abseits jeglicher Touristenpfade.
Die Route war wie folgt geplant:

Chiang Mai - Chiang Dao - Pai /Pai - Ban Ruam Thai / Ban Ruam Thai -  Mae Hong Son /Mae Hong Son - Doi Inthanon - Chiang Mai

Die Frage stand lange im Raum, ob es nicht spannender wäre, den Loop mit dem Motorroller zu unternehmen.
Es wäre sicher spannender gewesen, mit einem grösseren Gefühl der Freiheit, aber....
Mir war auch nicht so ganz klar vorher, wie anspruchsvoll die Route ist. Schon alleine auf der Strecke nach Pai hat man 762 Kurven zu bewältigen. Haarnadelkurven, extreme Steigungen, Regen und Hitze, 10 kg Gepäck, Linksverkehr und Strassenverhältnisse, Strassenhunde in Tarnfarben, möglicher Platten, Mangel an Tankstellen usw.
Bis auf die letzte Etappe haben die Strassen allerdings einen sehr guten Zustand.
Da ich sicher wieder nach Hause zurückkehren wollte und schon von dem ein oder anderen Unfall gelesen hatte, mich auch nicht überfordern, sondern erholen wollte, entschied ich mich für das klimatisierte Auto. Das ist natürlich nicht ganz so cool, aber ich empfand die Entscheidung nach dem ersten Regenguss als gut. An den Linksverkehr gewöhnt man sich sehr schnell, man muss erstmal (wie immer) mit dem Kopf dabei sein.

Also los geht es!
Rote Erde, tiefgrüner Dschungel, Berge, das ursprüngliche Thailand und Fahrspass.
Die Aussicht war nicht nur meist getrübt, sondern immer. Das mag einerseits an dem dampfigen Urwald liegen, aus dem bei feuchter Hitze der Nebel und Dunst aufsteigt, andererseits an den Brandrodungen, die jedoch erst auf der letzten Etappe wirklich sichtbar waren. Ob der Loop insgesamt zu einer anderen Saison besser ist, kann ich nicht sagen. Die Vegetation ist aber ganz sicher nach der Regenzeit noch viel beeindruckender. Jetzt war Trockenzeit und Ernte. Saftige Reisfelder sind da eher selten. Aber diese Road gesäumt von dichtem Dickicht aus vorwiegend Palmen, Bambus und Banaenstauden hat mich sofort begeistert. Man sieht kaum andere Fahrzeuge als PickUps. Hiermit transportieren die Einheimischen alles mögliche und die Familie hinten auf der Ladefläche.


Für 150 km braucht man auf diesen Strassen dann schon mal fünf Stunden. Ca. eine Stunde vor Pai ging es rechts ab zu einem Geysir. Den will ich natürlich sehen!
Und es ging bei Regen noch tiefer in den dichten Dschungel bis zum Pong Dueat Nationalpark. Nach einem kurzen Trail durch Bambus Dickicht erreichte ich ein sprudelndes Wasserloch. Dort wartete ich erstmal seelenruhig ca. 20 Minuten, denn auf einem Schild in Thaischrift stand u.A. die Zahl 20. Aber es passiert...Nichts! :D
Ok dann gehen wir mal weiter... Und schliesslich war dann dort der, bzw. die echten Geysire. Ca. 1 Meter hoch sprudelte das 100 Grad heisse Wasser aus mehreren Quellen im Boden und der weisse Dampf stieg zwischen dem Grün des Dschungels auf.
Genau meine Welt. Der Pfad ging weiter und man kam zu einem Thermalbad mitten im Dschungel. Anschliessend befand sich ein verlassenes Dschungelresort aus kleinen Holzhäusern.



Auf dem Rückweg geschah folgendes....


Oh Shit! :D
Ein Strommast lag quer über die Strasse und es ging nicht mehr weiter.
Die Einheimischen sprachen kein Wort Englisch. Mit einem Foto zeigte ich, was los war.
Der Ranger machte sich auf den Weg.
Irgendwann bekam ich Wachskerzen und ein Feuerzeug in die Hand gedrückt und wurde in dem verlassenen Dschungelresort einquartiert. Geil!...und gruslig...Aber Genial! Und kostenlos. :D
In einer offenen Hütte bei Einheimischen, während es leicht regnete, bekam ich eine Glasnudelsuppe mit frischen Kräutern und Hühnchen (beste Mahlzeit überhaupt). Umgeben von drei spielenden Welpen, Hasen und Hühnern, den Einwohnern des "Dorfes" (so. ca. 8 Personen) und der Großmutter die auf Thai fragte, ob es schmeckt und sich zahnlos grinsend freute.
Natürlich liess ich es mir nicht nehmen, später mit der Taschenlampe zum Thermalbad zu gehen und in der Dunkelheit, mitten im Dschungel!, ein heisses Bad zu geniessen.

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