Die Ankunft
Bangkok - Suvarnabhumi Airport.
Endlich konnte meine erste Entdeckungsreise in Südostasien, ein lang gehegter Traum, beginnen. Deshalb war der Flug auch sofort vergessen und es gab keine Spur eines Jetlag.
Mit dem Skytrain ging es für gerade mal 30 Baht bis zur Station Ramkhamhaeng. Hier konnte man schon einen ersten Eindruck der pulsierenden Stadt gewinnen. Diese wirkte, als sei sie mitten in einem Sumpf errichtet worden. Einfachste Holzhütten vor modernsten Hochhäusern, durch die sich der Skytrain und die Schnellstrassen auf ihren Stützpfeilern hindurchschlängeln. Begleitet von riesigen Billboards.
Auf einer dieser Billboards wurde geworben "Buddha is not for decoration - respect is common sense".
Ja, der Buddhismus ist in Thailand eine gelebte Religion. Und jede Darstellung Buddhas wird tiefgläubig verehrt.
Sehr futuristisch wirkt alles, wie in einem Ski-Fi-Abendteuer. Es fehlen nur noch fliegende Taxis. Es kann passieren, dass man mit dem Taxi von der siebenspurigen Schnellstrasse in die Stadt fährt. Alles hält plötzlich an (sieben Spuren in jeder Richtung), die Schranken schliessen sich, und nach einer Ewigkeit tuckert ein rammliger Güterzug, mitten durch die Stadt. :D
Zwei junge Mädchen nutzen die Zeit, um frische Blumenketten durch das Autofenster zu verkaufen, als Opfergabe für die Geisterhäuser.
Das Umsteigen in das Wassertaxi am Pier One war eine Herausforderung. Von einem stark schwankenden Pier aus, gelang es mir, mit 10 kg Rucksackgepäck in eine noch stärker schwankendes tiefliegendes Boot zu klettern, ohne dabei zwischen Boot und Pier ins Wasser zu fallen. Ich merkte schon, warum vorwiegend Einheimische diesen Weg nutzten. Aber dieses Abendteuer war es wert. Und ab ging es durch die Klong ...bis Phanfa Bridge. Das macht Spass :D, ist "erfrischend" und man gewinnt einen echten Eindruck der Stadt abseits der Touristenpfade. Der Plan war nun, auf den Golden Mountain Tempel zu gehen, um gleich die Aussicht von dort oben, über die Stadt zu geniessen.
Aber....
als ich den "Berg" sah, war mir klar, dass die Idee zwar gut war, jedoch bei 38°C und 78% Luftfeuchtigkeit, mitsamt Gepäck, nicht zu empfehlen. Nach einem frisch gepressten Orangensaft vom Strassenhändler, machte ich mich zusammen mit meinem Bruder auf, die letzten neun Minuten zu Fuss mit dem Rucksack zum Hotel Lamphu Tree House am Klong-Bang-Lamphu-Kanal zu gehen. Trotz der kurzen Strecke war mir dann doch gefährlich schwindlig und kurz schwarz vor Augen, als ich dort ankam. Man darf das veränderte Klima nicht unterschätzen.
Mit einem Tütchen Doppelherz Aktiv Elektrolyte ging es mir bald besser. Viel viel viel Wasser trinken, muss man in Bangkok/Thailand, oder Mixed-Fruit-Shake z.B. Wassermelone, oder Ice-Tee. Es ist wie eine 24 Stunden Dampfsauna. Das T-Shirt zu wechseln, ist eigentlich sinnlos, denn es wird sofort wieder durchnässt sein. Und irgendwie habe ich gelernt das zu lieben. Derzeit freue ich mich, wenn es hier in D mal so richtig heiss wird.
Das Lamphu Tree House ist ein schönes kleines Hotel mit traditionellem Dach und Holztäfelung. Für die erste Nacht, wollte ich was Feineres, um mich gleich urlaubsmässig zu fühlen. War vom Lonley Planet empfohlen und ist eine super Ausgangsbasis für eine Altstadttour. Es hat einen kleinen Pool und das Frühstück ist sehr gut. Z.B. gab es Bananen-Pancake mit Sirup.
Gleich wieder raus aus dem Hotel und durch ein stinkiges krummes unebenes Gässchen ♥ am Kanal entlang, Richtung Khaosan-Road (Strasse des geschliffenen Reises). Zwischendurch zeigt eine zierliche Thai ihre Kanninchen vor, sieht man Tröge mit Pflanzen und kleinen bunten Fischchen darin, viele viele auch rasierte Katzen. Garküchen mit hunderten silbernen Töpfen stehen überall herum. Durch die Strassen, mit viel Abgas, Motorrädern, Taxis, TucTucs, Stromleitungen, wieder Garküchen und kleine Shops, SevenEleven, Stromleitungen, vergitterte Läden und viele, vor allem sehr zierlichen und junge Menschen. Jeden Meter riecht es anders. Abwechselnd nach Gewürzen, Gegartem, Gegrilltem, Fisch, Blumen, Kanalwasser, Abgas.
In der Nähe der Road, gab es das erste Thai-Food in einem kleinen Strassenlokal unter Bäumen. Irgenswat mit Pilzen und REIS. Das Essen in Thailand ist wie bekannt, sehr lecker, vielseitig, sehr frisch und genau mein Fall! Und zu allem gibt es Reis.
Früh morgens ging es wieder in die Altstadt. Ein Loangtailboat fuhr in einen Seitenarm des Chao Praya. "Highlight" dieser Tour war es, ein Gewimmel von riesigen Welsen mit einem Laib Toastbrot zu füttern. Dies soll angeblich Glück bringen. Wir hatten auf jeden Fall großes Reiseglück.
Danach stand der Besuch des Wat Phra Kaeo, der Tempel des Smaragd-Buddha, auf dem Programm. Dabei muss man lange Kleidung tragen. Schultern und Beine müssen bedeckt sein. Deshalb kauften wir uns an einer der Stände einen Tuchrock zum binden mit den typischen Thailändischen Elefanten-Mustern, um unsere Beine zu bedecken. Zusammen mit vielen anderen Touristen bestaunte ich goldene Chedis, Mosaike und mystische Figuren. Der Duft von Räucherwerk steigt in die Nase. Absolut schön und die Stimmung erhellend.
Am Abend im Hotel gab es eine Tom Kha Gai. Die ist wie antibakterielle Medizin, wegen des frischen Ingwers. Mit einigen Cocktails ertrug ich die Hitze und liess den Tag ausklingen. Schon am nächsten Morgen ging der Flug nach Chiang Mai.

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