Mae Hong Son Loop - 3. Etappe


Die Stadt der drei Nebel...  Erde - Wasser - Luft - Feuer

Nach dem Tori, war es nur noch eine Stunde Fahrt nach Mae Hong Son.
Hier checkte ich am Abend in das von hellgrünen Reisfeldern umgebene Fern-Resort ein, um dort zwei Nächte zu verbringen. Dort wurde ich herzlichst begrüsst, indem vor meinen Augen aus Reisblättern ein Fisch geflochten wurde, in den eine kleine Reis-Seife gesteckt wurde. Und überhaupt roch dort wirklich ALLES nach Reis!
Fotos von Angelina Jolie und Brad Pitt mit den thailändischen Betreiberinnen, waren stolz auf der Rezeption drapiert. Angelina war dort wohl schon öfter zu Besuch auf ihren Reisen nach Myanmar. Ich überlegte mir, wie sie dort wohl residiert hat. Mit einem grossen Gefolge und einer Vielzahl von Retro-Kisten-Koffern, die sämtliche Bungalows belegten, oder ganz normal wie ich in einem der Bungalows?
Auf einer Terrasse mit Sitzplätzen und Tischleuchten im Kolonialstil, genoss ich ein Pad Thai bei 31°C am späten Abend und einer Geräuschkulisse von hunderten quakenden Fröschen, Zikaden und ich nenne ihn den "Kreissägen-Vogel".
Durch wunderschöne Vegetation lief ich auf einem steinernen Weg zu meinem stilvollen Bungalow und genoss die friedliche Stimmung auf dem Balkon, bevor ich mich in das gemütliche Bett legte.




In aller Früh am nächsten Morgen lag Rauch in der Luft.
Direkt neben dem Restaurant des Resorts begann ein Pfad zum vierstündigen Mae Sakud Nature Trail. Mit viel Trinkwasser und einer Bambusstange als Wanderstock ausgerüstet ging es los. An einem wilden, klaren Bächlein mit grossen runden Steinen, wand sich der Weg steil über Wurzeln und Felsen durch den Wald, von dessen Bäumen die Lianen hingen. Nach einer Weile war der Boden von einer dicken Schicht weisser Asche bedeckt und jegliches Unterholz war verbrannt. Das konnte noch nicht so lange her sein. Vorausschauend entdeckte ich einen Baum, dessen meterhoher Stamm glühte und gefährlich zur Hälfte verbrannt war. Der hält sich nicht mehr lange. Schnell lief ich daran vorbei und sofort danach fiel der riesige Stamm krachend über den Pfad. Na super! Der Ranger sollte besser keine Touristen auf den Wanderweg lassen. Zu welchem Zweck wohl diese Brandrodung auch in dem Nationalpark gemacht wird? Oder griff das Feuer versehentlich über? Wenn absichtlich, wie kontrollieren die diese Brände bei der Hitze? Nachfolgend wurde es aber wieder schöner und es gab  einiges zu entdecken. Eine Spinne mit Schmetterlingsflügeln hatte ihr Netz zwischen den Bäumen gespannt. Eine etwa 35 cm grosse blaue Schönechse lag auf dem Weg. Termitenhügel und Wurzelwerk. Am Bächlein sah man eine Vielfalt von Schmetterlingen in allen Farben. Ich hatte richtig Freude mich weiter im Fotografieren zu üben, mit meiner ersten Kamera überhaupt, der Panasonic Lumix FZ82.


„Mae Hong Son, die Stadt der drei Nebel,
Der Schrein Doi Kong Mu geht hoch in den Himmel,
Die Wälder sind dicht mit immergrünen Bäumen,
Völker mit guter Natur und schönen Gebräuchen,
Und die berühmten Bua Tong-Blumen ziehen uns alle an.“

Umgeben von mit unzugänglichen Dschungel und Regenwald bedeckten Bergen liegt die kleine Hauptstadt der Provinz Amphoe in einem Tal und schmiegt sich um den Chong Kham Lake. Auf dem Doi Kong Mu befindet sich eine Tempelanlage mit zwei riesigen Steinlöwen und einer langen Treppe den Berg hinauf. Am malerischen See liegt der Wat Chong Kham und der Wat Chong Klang in birmanischem Stil erbaut. Auf einem weiteren sehr sehr seeehr steilen Berg, kommt man zu einem Telefonzellenfriedhof. :)
Nach einem Spaziergang um den See und durch die in der Sonne glänzende Tempelanlage, suchte ich das kleine von LP empfohlene Salween River Restaurant. Ein gemütlicher aus Bambus und roten Ziegelsteinen gebauter Freisitz, ausgestattet mit Bücherregalen, Bambuslaternen und vielen handgearbeiteten Sitzkissen.
Hier ass ich ein Chili nach Shan-Art. Es ist ein Chili ohne Bohnen mit frischen Kräutern garniert in einem kleinen Töpfchen und darum liegt gedämpftes Gemüse wie Süsskartoffeln, Gurken, Brechbohne und Kohl usw. Sehr gut und leicht und frisch und gesund.


Die Menschen in Thailand sind sehr freundlich, sehr zurückhaltend und sehr arm. Besonders die Provinz Mae Hong Son gehört zu den ärmsten Regionen Thailands. Das Leben dort ist vollkommen ursprünglich. 75% der Menschen dort arbeiten und leben ein sehr einfaches Leben in der Landwirtschaft. Und das muss man feststellen, sie machen alles von Hand. Ich habe nicht eine einzige Landmaschine entdeckt. Hier wird noch der Ochse vor den Pflug gespannt. Hier wird das Unkraut mit der Hand gejätet. Hier werden die Pflanzen mit der Hand gesetzt. Der Mindestlohn beträgt dort etwa 227 Baht pro TAG (4€).
Es kann zum Beispiel passieren, dass sich eine Reinigungskraft, ein Mädchen, im Hotel selbst in gebücktester Haltung, fast kriechend, kaum an dir vorbeitraut. Auch tragen die Menschen selbst bei grösster Hitze, stets lange Kleidung. Auch hier ist es leider so, je heller die Hautfarbe ist, desto besser sind die Chancen auf einen Job.
Durch die lange Abgeschiedenheit der Provinz und Nahe der Grenze zu Myanmar konnten sich der Schmuggel und Drogenhandel etablieren. Dennoch fühlt man sich hier vollkommen sicher und die Mentalität wirkt zwiespältigerweise geradezu europäisch auf mich. Ok das kann auch an mir selbst liegen, dass mir dort alles so vertraut vorkam...
Auffällig ist auch die Demographie dort. So viele junge Menschen. Ganz anders als bei uns. Im Jahr 2000 betrug das Durchschnittsalter dort 25,3 Jahre. 50% der Bevölkerung ist unter 14 Jahre alt. Die Bevölkerung besteht aus den Ethnien der Bergvölker Karen, Hmong, Lawa, Lahu und Lisu. Immer wieder kam man an Hilltribe Villages vorbei und hätte sich "Longneck -People" ansehen können. Das wollte ich jedoch vermeiden, genauso wie die Elephant-Camps.

Einen der schönsten Nachmittage in Thailand habe ich an der Su Tong Pe Bridge verbracht. Eine landwirtschaftliche Idylle, die mich geradezu wie zu hause fühlen liess. Die Wärme, das Licht das durch den Nebel und Rauch scheint und die untergehende Sonne. Die Menschen, die friedlich mit ihren Reishüten in den Feldern arbeiteten. Ein Ort an den ich lange denken werde. Ach das muss man einfach selbst gesehen haben.
Am Hügel ein Kloster für die ganz kleinen Mönche. Die Entsendung eines Sohnes der armen Familie in Thailand, war früher die einzige Möglichkeit auf höhere Bildung. Und auch heute noch kann nur Bürgermeister werden, wer zuvor Novize war. Oft ist das ganze Dorf daran beteiligt, die Utensilien des Mönchslebens bereitzustellen.


Nach diesem schönen langen Tag, ging es wieder in das Fern-Resort, um spät Abends dem Konzert der Frösche in den Reisfeldern zu lauschen.


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